Kritische WordPress-Lücke: Reicht dein automatisches Update?
⚠ Sicherheitswarnung
WordPress hat am 22. September 2026 ein Sicherheitsupdate nachgeschoben, das nur einen einzigen Fehler behebt – dafür einen schweren (CVE-2026-87902, CVSS 9,2). Angreifer können ohne Anmeldung fremde Dateien auf dem Server einbinden und im ungünstigen Fall eigenen Code ausführen. Betroffen ist jede WordPress-Version von 4.7.0 bis 7.1.1; kein Plug-in nötig, es genügt, dass deine Seite mit WordPress läuft. Sicher bist du ab 7.1.2 bzw. 7.0.6, 6.9.9 oder 6.8.10. Angriffe laufen bereits. Die einzige Frage, die jetzt zählt: Welche Version läuft bei dir – und hat sie das Update auch wirklich bekommen?
Die unbequeme Frage zuerst: Weißt du, auf welchem Stand deine Seite läuft?
Wenn wir eine bestehende Website übernehmen, ist das fast immer die erste Überraschung: Niemand im Unternehmen kann sagen, welche WordPress-Version dort eigentlich arbeitet. Die Seite wurde vor drei Jahren gebaut, seitdem funktioniert sie, also schaut niemand mehr hin. Der Zugang liegt bei der Agentur von damals, das Passwort irgendwo in einer alten E-Mail.
Solange nichts passiert, ist das kein Drama. Bei dieser Meldung schon. Denn anders als bei den Plug-in-Lücken der letzten Wochen kannst du dich nicht damit herausreden, das betroffene Werkzeug gar nicht zu benutzen. Es gibt hier nichts zu prüfen außer einer einzigen Zahl: der Versionsnummer deiner Seite.
Was diesmal anders ist als bei den üblichen Plug-in-Meldungen
Der Fehler sitzt in dem Teil von WordPress, der entscheidet, welche Datei aus deinem Theme eine Seite darstellt. Dieser Teil prüft den übergebenen Namen zu nachlässig. Wer die Anfrage geschickt formuliert, bringt WordPress dazu, statt der gemeinten Theme-Datei eine ganz andere Datei vom Server zu laden – auch eine, die dort eigentlich nichts mit deiner Website zu tun hat.
Ob daraus fremder Code wird, der tatsächlich läuft, hängt davon ab, was auf dem Server deines Hosters sonst noch liegt und wie dein Theme gebaut ist. Das ist der einzige Grund, warum nicht jede Seite sofort übernommen wird. Als Beruhigung taugt es nicht: Welche Dateien auf einem Server herumliegen, finden automatisierte Scans schneller heraus, als die meisten Betreiber ihr Adminpasswort zurücksetzen können.
Ein Login braucht es dafür nicht, und es muss auch niemand auf etwas klicken. Eine einzelne Anfrage an deine öffentlich erreichbare Website genügt.
Betroffene und sichere Versionen
| Angabe | |
|---|---|
| Betroffen | WordPress 4.7.0 bis einschließlich 7.1.1 |
| Sicher (gepatcht) | 7.1.2 · 7.0.6 · 6.9.9 · 6.8.10 (22.09.2026) |
| Ältere Zweige | Backports bis hinunter zu 4.7.37 |
| Kennung | CVE-2026-87902 |
| Kritikalität | CVSS 9,2 / 10 – kritisch |
| Voraussetzung | kein Login, keine Nutzeraktion |
| Angriffe | laufen bereits; fertige Werkzeuge kursieren öffentlich |
Beruhigend daran: Du musst keinen großen Versionssprung wagen. Für jeden gepflegten Zweig gibt es ein eigenes Update. Wer aus gutem Grund noch auf 6.8 steht – etwa wegen eines älteren Plug-ins –, bleibt dort und geht auf 6.8.10.
„Wir haben doch automatische Updates“ – der häufigste Irrtum
Sicherheitsupdates für den WordPress-Kern spielt WordPress normalerweise von selbst ein. Viele Seiten sind deshalb längst versorgt, ohne dass jemand etwas getan hätte. Nur: In der Praxis ist diese Automatik häufiger stillgelegt, als Betreiber ahnen – und sie meldet sich nicht, wenn sie es ist.
Die üblichen Verdächtigen aus unserer Arbeit: eine Zeile in der wp-config.php, die jemand vor Jahren gesetzt hat, um ein Update-Chaos zu stoppen. Ein Wartungs- oder Sicherheits-Plug-in, das Updates „kontrolliert“ ausrollen soll und sie faktisch blockiert. Fehlende Schreibrechte im Dateisystem nach einem Server-Umzug. Oder eine Installation, die über Git oder Composer verwaltet wird – dort sind automatische Updates bewusst abgeschaltet, weil sie den Bereitstellungsprozess durcheinanderbringen würden.
Deshalb reicht „läuft ja automatisch“ als Antwort nicht. Die Gegenprobe dauert zwei Minuten:
- ✓Im Adminbereich unter „Dashboard › Aktualisierungen“ nachsehen, welche Version dort steht.
- ✓Liegt sie unter 7.1.2 – beziehungsweise unter 6.8.10, 6.9.9 oder 7.0.6 im jeweiligen Zweig –, jetzt aktualisieren.
- ✓Wird seit Tagen eine neue Version angeboten, ohne dass etwas passiert, hängt die Automatik. Dann von Hand aktualisieren und anschließend klären, woran es lag – sonst verpasst du das nächste Update genauso.
- ✓Wenn du gar nicht in den Adminbereich kommst: Das ist das eigentliche Problem. Kläre zuerst, wer die Zugänge hat.
Du aktualisierst erst jetzt? Dann schau einmal genauer hin
Zwischen Veröffentlichung des Updates und den ersten Angriffsversuchen lagen nur Stunden. Das ist inzwischen der Normalfall: Sobald ein Sicherheitsupdate erscheint, lässt sich daraus ablesen, was es repariert – und damit, wie der Angriff funktioniert. Wer erst eine Woche später aktualisiert, hat eine Woche lang eine offene Tür gehabt, an der nachweislich gerüttelt wurde.
Das Update schließt die Tür, räumt aber nicht auf, falls schon jemand drin war. Sinnvoll ist deshalb ein Blick auf: neue Benutzerkonten mit Administratorrechten, PHP-Dateien im Uploads-Ordner oder in temporären Verzeichnissen, veränderte Startdateien deines Themes und geplante Aufgaben, die du nicht selbst angelegt hast. In den Server-Logs fallen Anfragen auf, die auffällig viele „../“ im Pfad enthalten.
Und der Punkt, den bei Sicherheitsvorfällen fast alle zu spät bedenken: Ein Backup rettet dich nur, wenn es älter ist als der Einbruch. Sicherst du erst nach dem Vorfall, sicherst du die Hintertür gleich mit.
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Du weißt nicht, welche Version deine Seite fährt, oder kommst gar nicht erst in den Adminbereich? Wir schauen nach: Wir kontrollieren, ob dein WordPress in einem angreifbaren Stand steckt, und spielen bei Bedarf das schließende Update ein. Du erhältst eine klare Rückmeldung, ob Handlungsbedarf besteht. Eine forensische Suche nach bereits erfolgten Angriffen ist bewusst nicht Teil dieser Prüfung.
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Häufige Fragen
Ich habe fast keine Plug-ins installiert – bin ich trotzdem betroffen?
Ja. Der Fehler steckt in WordPress selbst. Eine aufgeräumte Installation hilft bei vielen anderen Problemen, hier aber nicht: Entscheidend ist allein die Versionsnummer.
Muss ich jetzt von 6.8 auf 7.1 springen?
Nein, und du solltest es auch nicht überstürzen. Für jeden gepflegten Zweig gibt es ein eigenes Sicherheitsupdate – 6.8.10, 6.9.9 und 7.0.6 schließen die Lücke genauso zuverlässig wie 7.1.2.
Woran merke ich, dass meine automatischen Updates hängen?
Daran, dass im Adminbereich seit Tagen eine neue Version angeboten wird und trotzdem nichts geschieht. Häufigste Ursachen: eine deaktivierende Zeile in der wp-config.php, ein Wartungs-Plug-in, fehlende Schreibrechte oder eine über Git bzw. Composer verwaltete Installation.
Meine Seite läuft normal – dann ist doch alles in Ordnung?
Leider kein verlässliches Zeichen. Wer eine Website übernimmt, hat selten Interesse daran, dass es auffällt; im Gegenteil bleibt sie meist unauffällig weiterlaufen. Verlass dich auf die Versionsnummer, nicht auf den Eindruck.